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Ratgeber

CNC-Software: CAD, CAM und Steuerungsprogramme im Überblick

16 Min. Lesezeit

MetronQ-Team
Konstrukteur bei der Arbeit an einem 3D-Baugruppenmodell in CAD-Software
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Hinter jedem Teil von der Fräsmaschine stehen heute mindestens drei Programme: eines, in dem der Entwurf entstand, eines, das ihn in Werkzeugbahnen verwandelte, und eines, das die Maschine geführt hat. Dieser Leitfaden ordnet CNC-Software nach Rollen - CAD, CAM und Steuerungssoftware - mit einem Überblick konkreter Werkzeuge von kostenlos bis industriell und mit Hinweisen, wie man die Software an Maschine und Budget anpasst.

CNC-Programme und CNC-Software: drei Schichten

"CNC-Software" umfasst drei Arten von Werkzeugen, die man leicht verwechselt. CAD-Software (Computer Aided Design) dient dem Konstruieren: Hier entsteht das Modell oder die Zeichnung. CAM-Software (Computer Aided Manufacturing) verwandelt den Entwurf in Technologie: Sie plant die Bearbeitung und erzeugt die Werkzeugbahnen. Die Steuerungssoftware läuft an der Werkzeugmaschine und setzt das Bearbeitungsprogramm in Achsbewegungen um.

Dazu kommen Simulatoren, Postprozessoren und Hilfswerkzeuge - aber das Skelett jeder Werkstatt sind diese drei Schichten, und zusammen bilden sie den kompletten Software-Stapel einer CNC-Maschine.

Diese Einteilung ordnet die Auswahl sofort: Der Konstrukteur kauft etwas anderes als der Arbeitsvorbereiter, und der Hobbyist, der in der Garage eine CNC-Fräse baut, wieder etwas anderes. Der CNC-Bearbeitungsprozess läuft durch alle Schichten der Reihe nach: CAD-Entwurf, Werkzeugbahnen im CAM, Abarbeitung auf der Steuerung - ohne eine der Schichten schließt sich der Prozess nicht. Die Sprache, in der das Ergebnis dieser Kette geschrieben ist, also die G-Code-CNC-Programmierung, haben wir in einem eigenen Artikel beschrieben - hier geht es um die Programme, nicht um die Syntax.

CAD-Software für die Konstruktion

CAD-Software dient zum Erstellen von Modell oder Zeichnung eines Teils und ist der Ausgangspunkt: Ohne Modell oder Zeichnung gibt es nichts zu bearbeiten. CAD-Systeme teilen sich in 2D (flache Zeichnungen, ausreichend für Plasma, Laser und einfaches Fräsen) und 3D (Volumenmodelle für den vollen Bearbeitungsprozess).

Ein Konstruktionsprogramm für CNC muss kein Ungetüm sein: Für den Blechzuschnitt genügt eine saubere 2D-Zeichnung, erst Formen und Mehrachsteile verlangen einen Volumenmodellierer. Ein fortgeschrittenes CAD-Programm bietet parametrisches Modellieren, Baugruppen und Zeichnungsableitungen - das wählt das Konstruktionsbüro. Umfassende CAD-Software führt ein Projekt von der Skizze bis zur Dokumentation; branchenspezifisches CAD (Blech, Möbel, Formenbau) ergänzt Spezialfunktionen, und auf die Zerspanung zugeschnittenes CAD Analysen von Formschrägen und Wandstärken. CAD-Systeme unterscheiden sich zudem in der Philosophie - Direktmodellierung gegen Historie - und was gewinnt, hängt davon ab, wie oft man fremde Modelle ändert. Die CAD-Funktionen, die für die Bearbeitung wirklich zählen, sind sauberer Export (STEP, DXF), Bemaßung mit Toleranzen und Geometrieprüfung; der Rest ist oft Beiwerk. Der Konstruktionsprozess endet mit einer Datei, die die CAM-Schicht übernimmt - CAD für die Werkstatt beurteilt man daher vor allem danach, wie reibungslos es die Geometrie weiterreicht.

Kostenlose oder bezahlte CAD-Software

Kostenlose CAD-Software reicht überraschend oft: FreeCAD stemmt Volumenmodellierung, LibreCAD und QCAD die 2D-Zeichnungen, und Edu- oder Hobbylizenzen kommerzieller Pakete decken den Hausgebrauch ab. Kostenloses CAD hat aber Grenzen: große Baugruppen, Reparatur importierter Geometrie, Formate, die Firmenkunden verlangen. Bezahlte CAD-Software kauft man genau aus diesen Gründen - plus technischen Support mit echtem SLA. Die beste CAD-Software ist nicht die mit der längsten Funktionsliste, sondern die, die am schnellsten zum korrekten Teil führt; in Rankings gewinnen die Giganten, in der Werkstatt genügt oft die Mittelklasse. Kostenloses CAD sollte man als vollwertigen Kandidaten behandeln, nicht als Krücke - was es heute gratis gibt, ist mehr, als Lizenzen für Tausende vor einem Jahrzehnt boten.

Ein Testprogramm vor dem Kauf

Fast jeder Hersteller bietet 14-30 Tage Testversion, und das ist der Moment der Wahrheit: Öffne darin die eigenen, hässlichsten Kundendateien, nicht die Tutorial-Modelle. Der Test zeigt auch, ob die Funktionen, für die du draufzahlst, in deiner Arbeit überhaupt vorkommen. Dieselbe Regel gilt eine Schicht höher: Eine CAM-Testversion erlaubt es, den Postprozessor auf der eigenen Maschine zu prüfen, und Edu-Versionen sind oft kostenlos und zum Lernen völlig ausreichend.

CAM-Software auf dem Weg zum CNC-Programm

CAM-Software ist die mittlere Schicht auf dem Weg vom Modell zum CNC-Programm: Sie legt Operationen, Werkzeuge und Strategien über die CAD-Geometrie, berechnet die Bahnen, prüft sie in der Simulation und schreibt über den Postprozessor das fertige CNC-Programm für eine konkrete Steuerung. Ohne diese Schicht entsteht das Programm von Hand oder an der Maschine.

Bei einfachen Teilen ist das eine Wahl, keine Notwendigkeit: Eine Welle oder eine Platte mit Bohrungen ist an der Steuerung schneller programmiert. Bei 3D-Konturen, Mehrachsbearbeitung und wiederkehrenden Serien rechnet sich ein CAM-System schnell, weil die Maschine nicht stillsteht, während das Programm entsteht. Wie die einzelnen Systeme arbeiten, worin sich SolidCAM, Mastercam und hyperMILL unterscheiden und wie man ein Paket auswählt, beschreiben wir in einem eigenen Leitfaden zur CAM-Software.

Programme für CNC-Maschinen im Überblick

Die folgenden Programme für CNC-Maschinen decken die ganze Leiter ab, von kostenlosen Hobbywerkzeugen bis zu Industriesystemen: Steuerungen wie Mach3, Mach4 und simCNC, CAM-Systeme wie SprutCAM X, ZW3D, Mastercam und SmartCAM, kostenlose Lösungen wie MeshCAM und eduCAD sowie Software für Laser, Plasma und CNC-Portalfräsen. Preise und Versionen ändern sich - fast jedes hat eine kostenlose Testversion.

Mach3 und Mach4

Mach3 ist die Legende des Hobby-CNC: Steuerungssoftware, die aus einem PC die Steuerung für Fräse, Drehmaschine oder Plasma macht. Trotz seines Alters treibt Mach 3 noch Tausende Maschinen an, weil es billig, gut dokumentiert und von einer riesigen Community getragen ist - Steuerungssoftware dieser Klasse konfiguriert man an einem Abend selbst. Mach4 ist der Nachfolger: neu gebauter Kern, Motion-Controller über USB und Ethernet, bessere Makros - Mach4 wählt man für Neubauten, Mach 3 trifft man in laufenden Maschinen. Dazu bündelte ArtSoft einst LazyCam - einen einfachen Importer, der aus einer DXF ein Bearbeitungsprogramm machte, ohne volles CAM; für einfache Konturen reicht LazyCam noch, heute übernimmt öfter SheetCAM oder ein kostenloses CAM-Modul.

simCNC

simCNC ist die polnische Antwort auf Mach3: Steuerungssoftware von CS-Lab aus Krakau, entwickelt für deren CSMIO-Motion-Controller. simCNC setzt auf Bahnglätte (S-Kurven-Algorithmen), Stabilität und Python-Skripte statt Makros; wer eine Fräse oder Portalmaschine auf einem CSMIO-Controller baut, für den ist simCNC die natürliche Wahl. Im Duell Mach3 gegen simCNC gewinnt das zweite mit Modernität, das erste mit Preis und Lösungsbibliothek - in Neubauten frisst simCNC dem Veteranen allerdings stetig den Markt weg.

SprutCAM X

SprutCAM X ist ein vollwertiges System der Industrieklasse zum Mittelklassepreis: Fräsen von 2,5 bis simultan 5 Achsen, Drehen, Drehfräsen, sogar Roboterprogrammierung. SprutCAM X - CAM-Software mit virtueller Maschinensimulation ab Werk - zeigt Kollisionen von Spannmitteln und Achslimits vor dem Lauf, nicht auf der Maschine. Auch das Lizenzmodell sticht heraus: Postprozessoren für gängige Steuerungen sind im Preis enthalten, was bei der Konkurrenz ein eigener, schmerzhafter Posten sein kann. Für die Werkstatt auf dem Weg in die 5-Achs-Welt ist SprutCAM X eine der günstigsten vernünftigen Eintrittskarten; die Grenze ist die kleinere Schulungsbasis als bei den Giganten - und der Beweis, dass Industrie-CAM nicht sechsstellig kosten muss.

ZW3D: Lite, Standard und aufwärts

ZW3D wurde als wirtschaftliches Bündel aus Konstruktion und Technologie populär: ein Volumen-Flächen-Modellierer plus Bearbeitungsmodule in einer Projektdatei. ZW3D Lite ist der Einstieg mit 2-3-Achs-Bearbeitung, ZW3D Standard ergänzt volleres CAM und Geometriereparatur, die höheren Versionen von ZW3D HSM- und Mehrachsbearbeitung. Die Stärke von ZW3D ist das Verhältnis von Können zu Dauerlizenzpreis: einmal kaufen, kein Abozwang. ZW3D Lite genügt dem Hobbyisten, ZW3D Standard der kleinen Werkstatt, und man migriert dazwischen, ohne die Umgebung zu wechseln. Die Schwäche ist die kleinere Community als um westliche Pakete - Antworten kommen eher vom Distributor als aus dem Forum; trotzdem landet ZW3D regelmäßig auf der Shortlist von Firmen, die ein Programm statt zwei wollen, und die ZW3D-Testversion läuft volle 30 Tage.

Mastercam und SmartCAM 2023

Mastercam ist laut den CIMdata-Rankings das meistinstallierte CAM-Paket der Welt: komplettes Fräsen und Drehen, starke dynamische Strategien, eine riesige Basis an Postprozessoren und Schulungen. Die eigenen CAD-Werkzeuge von Mastercam reichen, um Geometrie für die Bearbeitung vorzubereiten und zu flicken - einen vollen Modellierer ersetzen sie nicht, weshalb Integrationen mit externen Systemen sie ergänzen. Mastercam ist die sichere "dafür wurde noch niemand gefeuert"-Wahl - bezahlt wird diese Sicherheit über Lizenz- und Wartungspreise. SmartCAM 2023 vertritt die alte Garde: ein technologiegetriebener Ansatz auf Prozesswissen und eine treue Nutzerbasis in Werkzeugbauten. SmartCAM 2023 ist eine Nische, aber eine lebendige - und der Beweis, dass in den 1980ern geschriebene CAM-Software bis heute weiterentwickelt werden kann.

Günstige und kostenlose Programme für CNC-Fräsen: MeshCAM, eduCAD und andere

Ein wirklich kostenloses CAM-System existiert kaum - aber die Umgebung der Null ist dicht besiedelt. MeshCAM zielt auf den Nutzer, der "fräsen will, nicht CAM studieren": Es lädt STL/STEP, schlägt selbst Operationen vor und liefert in Minuten ein fertiges Programm; bezahlt, aber günstig und mit langem Test. Kostenloses CAM gibt es als Module größerer Pakete (2,5D-Bahnen in Hobbylizenzen), Open Source vertreten PyCAM und die CAM-Werkbank (früher Path) in FreeCAD - für einfache Konturen und Taschen reicht das. Ein eigenes Regal ist die Ausbildung: eduCAD CNC, ein einfaches polnisches Lernprogramm für Bearbeitungsprogramme, gebündelt mit dem Postprozessor N.CAD, der Code für polnische Steuerungen ausgibt - für Schulen oft der erste Kontakt mit der Technologieschicht. Alles kostenlose CAM teilt eine Eigenschaft: Es spart Geld auf Kosten der Zeit und trägt sich in der Produktion nur bei einfachen, wiederkehrenden Teilen.

Laser, Plasma und Software für CNC-Portalfräsen

Das 2D-Schneiden hat eigene Regeln. SheetCAM ist der Low-Budget-Standard: Plasma- und Laserprogramm in einem, mit Schnittspaltkompensation, Stegen und Schnittreihenfolge im Blech; es beherrscht auch 2,5D-Fräsen und ist für viele Maschinen das einzige nötige CAM. Software für fräsende Portalmaschinen (Holz, Dibond, Kunststoffe) paart meist ein einfaches CAM mit Verschachtelung - hier regiert die VCarve-Klasse, und in der künstlerischen Gravur jahrelang ArtCAM® Standard, dessen Reliefs bis heute durch die Werkstätten wandern, obwohl Autodesk die Entwicklung 2018 beendet hat. Eine Werbetechnik-Portalfräse braucht aus der Konstruktionsschicht nur eine DXF - ihre Besitzer investieren deshalb in gutes Nesting statt in einen Volumenmodellierer. Die Arbeit einer Schneidmaschine unterscheidet sich von der Fräse noch in einem: Es zählt die Blechausnutzung, also beurteilt man die Software nach der Verschachtelungsqualität, nicht nach der Strategiezahl. Das Laserprogramm muss zudem Leistung und Geschwindigkeit in den Ecken beherrschen, das Plasmaprogramm die Brennerhöhe (THC); die Fräsportale haben ihr eigenes Problem - Absaugung und Niederhalten dünner Platten. Gemeinsamer Nenner: Portal, Laser und Plasma leben in einer 2D-Welt, in der die CAM-Programmerzeugung Minuten dauert, nicht Stunden.

Blechzuschnitt auf einer CNC-Schneidmaschine nach einem CAM-Programm
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Steuerungssoftware und die Steuerung von CNC-Maschinen

Die letzte Schicht ist die Steuerungssoftware im wörtlichen Sinn, und sie wohnt auf der Maschine selbst. Sie liest das Bearbeitungsprogramm Satz für Satz und macht daraus Bewegung: Sie ist zuständig für Interpolation, Kompensationen und Sicherheit. In Industriemaschinen ist sie Teil der Steuerung.

Fanuc ist die populärste Steuerung der Welt und der Referenzpunkt für Postprozessoren, Sinumerik (Siemens) dominiert Europa und das Mehrachsfräsen, Heidenhain mit seiner Klartext-Werkstattprogrammierung ist der Liebling der Werkzeugbauten, und Hurco hat seine Marke auf dem dialoggeführten Programmieren an der Maschine aufgebaut. Maschinenbauer wie DMG Mori oder Hermle legen eigene Oberflächen und Zyklen über diese Steuerungen; Haas (im Netz oft falsch als HASS geschrieben) entwickelt eine Steuerung mit Fanuc-naher Syntax. Die Hobbyklasse sind die beschriebenen Mach3, Mach4 und simCNC sowie LinuxCNC und GRBL - der Unterschied zur Industrie liegt weniger im Können als in Zertifizierung und Zuverlässigkeit. Die Steuerprogramme beider Welten tun dasselbe: Sie führen die Achsen auf der Solltrajektorie; die Industrieklasse ergänzt Diagnose und Service. Steuerungssoftware altert zudem langsamer als Computer - zwanzig Jahre alte Steuerungen verdienen weiter ihr Geld. Der Maschinenalltag spielt sich in dieser Schicht ab: Hier korrigiert der Bediener Werkzeuge, richtet das Teil ein und überwacht den Lauf; wer community-getragene Software für den Eigenbau wählt, sollte prüfen, ob das Forum darum noch lebt - es ist die Serviceabteilung.

Der Postprozessor: Übersetzer zwischen CAM und Steuerung

Zwischen CAM-Schicht und Steuerung steht der Postprozessor: Er übersetzt neutrale Werkzeugbahnen in den Dialekt einer konkreten Maschine. Dasselbe Projekt durch einen Fanuc- und einen Heidenhain-Postprozessor gejagt ergibt zwei verschiedene Dateien - deshalb endet die CAM-Programmerzeugung immer mit der Frage "für welche Maschine", und deshalb läuft G-Code von einer Maschine selten ohne Korrekturen auf einer anderen. Externes CAM kauft man daher zusammen mit den Postprozessoren für die vorhandenen Steuerungen; deren Verfügbarkeit und Preis gehört zu den wichtigsten Kriterien des ganzen Pakets.

CNC-Maschinen programmieren: Wie ein Bearbeitungsprogramm entsteht

Ein Bearbeitungsprogramm entsteht heute auf einem von drei Wegen. Der erste: CNC-Programme von Hand an der Maschine schreiben - am schnellsten für einfache Teile und im Programmieren von Drehmaschinen weiter Alltag, denn eine Wellenkontur sind ein Dutzend Sätze, gut gestützt von den Zyklen der Steuerung.

Der zweite: dialoggeführtes Programmieren (Heidenhain, Hurco) - der Bediener beantwortet Fragen zur Geometrie, und die Steuerung baut die Zyklen selbst; Syntaxkenntnis ist nicht nötig. Der dritte Weg ist die volle Kette aus Konstruktion, CAM und Postprozessor, ohne die es kein 3D-Fräsen und keine Mehrachsbearbeitung gibt: CAM-gestütztes Programmieren verlagert die Arbeit von der Maschinentastatur ins Büro des Technologen, während die Maschine das vorige Teil zerspant. Ein 3D-Fräsprogramm über Freiformflächen ist ausschließlich CAM-Territorium - handgeschriebene Programme enden dort, wo die gekrümmte Fläche beginnt.

Programmieren und Zerspanen in der Praxis

Die Wahl des Weges ist Arithmetik, keine Ideologie. Programmieren an der Maschine kostet Maschinenzeit (sie steht, während der Bediener tippt), CAM kostet Lizenz und Technologenstelle - die Rentabilitätsgrenze verläuft dort, wo Teile nicht mehr trivial sind oder sich zu wiederholen beginnen. Die Maschinenzeit ist die teuerste Ressource der Werkstatt, also amortisieren sich offline vorbereitete Projekte schneller, als die Preisliste vermuten lässt; die Rechnung steht in der teuersten Minute der CNC-Bearbeitung. Komplexe Bearbeitungsprozesse - 5 Achsen, Drehfräsen, dünnwandige Luftfahrt - haben gar keinen manuellen Weg: Sie werden ausschließlich im CAM programmiert, mit der Simulation als Versicherung für Spannmittel und Spindel. Die CNC-Bearbeitung selbst, von Technologie- und Kostenseite, behandelt unser Leitfaden Was ist CNC-Bearbeitung; hier genügt der Merksatz, dass der Bearbeitungsprozess auf einem Bildschirm beginnt, lange bevor ein Span von der Maschine fliegt - und dass eine auf ihr Programm wartende Maschine die teuerste Form des Leerlaufs ist.

Wie man ein CNC-Programm auswählt

Beginne die Wahl vom Ende her - bei Maschine und Teilen, nicht bei Rankings. Ein CNC-Programm wählt man in vier Schritten. Erstens: Was schneidest du - 2D-Blech, 3-Achs-Fräsen, Drehen, 5 Achsen; das streicht allein den Großteil der Liste. Zweitens: Welche Dateien schicken die Kunden - für DXF genügt ein 2D-CAM, STEP verlangt ein volles System.

Drittens: Welche Steuerung hast du und gibt es dafür einen Postprozessor - die richtige Software ohne Postprozessor ist ein Auto ohne Räder. Viertens: das Budget samt Wartung, denn fünf Jahre Abo können den Lizenzpreis schlagen. Die Fräsen einer typischen Werkstatt bedient die Mittelklasse; Mehrachsmaschinen verlangen das obere Regal, ein Portal das untere. Die richtige Software ist die, deren Können einen Schritt hinter deinem Bedarf endet - nicht drei Regale höher.

Technischer Support, Schulungen und Community

Bei vergleichbaren Funktionen entscheidet das Umfeld über den Komfort. Technischer Support in der eigenen Sprache, ein lokaler Distributor, der den Postprozessor für deine Maschine baut, und verfügbare Schulungen wiegen mehr als die zehnte Schlichtstrategie. Industrie-CAM bringt zertifizierte Schulungen und eine Wissensbasis mit; Hobby-CAM gleicht mit Foren und YouTube aus - beides funktioniert, solange man weiß, in welches Regal man greift. Prüfe auch den Entwicklungszyklus: CAM eines kleinen Herstellers kann mit ihm zusammen vom Markt verschwinden - die Geschichte von ArtCAM ist die Warnung. Die Oberfläche beurteile an eigenen Teilen in der Testversion; eine Oberfläche, die der Technologe nicht mag, wird gemieden, egal wie fähig sie ist. Eine gute CAM-Lösung erkennt man daran, dass nach einer Testwoche niemand zurück will.

Software zum Maschinenpark, nicht umgekehrt

Zum Schluss die Regel, die alles zusammenhält: Software für CNC-Maschinen kauft man passend zum Maschinenpark, nicht umgekehrt. Eine CAM-Lösung für Fräsen, Drehmaschine und Schneidanlage bedeutet eine Werkzeugbibliothek, eine Schulung und ein Datenformat; auf drei Programme verstreute CAM-Werkzeuge bedeuten dreifache Reibung, und CAM-Bestände - Bibliotheken, Vorlagen, Postprozessoren - baut man über Jahre auf. Später gekaufte Maschinen sollten in die bestehende Kette eintreten (ein weiterer Postprozessor), keine neue eröffnen. Konsequent eine Umgebung zu nutzen zahlt noch eine Dividende: einmal parametrierte Werkzeugdaten (Vorschübe, Drehzahlen, Standzeiten) werden zur Wissensbasis der Firma. Und die Geschäftsrechnung zum Nachtisch: Die Software selbst verdient nichts - das kalkulierte und gewonnene Teil verdient. CAM verkürzt die Arbeitsvorbereitung, und die Sofortkalkulation CNC verkürzt den Weg von der Anfrage zum Auftrag; Software gewinnt an beiden Enden des Prozesses über die Reaktionszeit. Wie ein Betrieb mit Online-Kalkulation mehr CNC-Aufträge gewinnt, haben wir gesondert beschrieben. Sollen Angebote ins ERP oder ein anderes System des Betriebs fließen, dient dazu die ERP-Anbindung von MetronQ.

Häufige Fragen zu CNC-Software

Womit beginne ich die Auswahl von CNC-Software?

Mit Maschine und typischen Teilen: Schneidtechnologie, Dateiformat der Kunden, Steuerung und verfügbarer Postprozessor - das Budget kommt zuletzt. Für DXF genügt ein 2D-CAM, STEP verlangt ein volles System, und das Budget rechnet man samt Wartung, denn fünf Jahre Abo können den Lizenzpreis schlagen. Ein Ranking ohne diesen Kontext sagt nichts.

Worin unterscheiden sich CAD und CAM beim CNC-Programmieren, und braucht man CAM für einfache Teile?

CAD erzeugt die Geometrie (Modell, Zeichnung), CAM macht daraus Technologie: Operationen, Werkzeuge, Bahnen und das fertige Programm. Ein CAM-System ist nicht immer nötig: Einfaches Drehen und Bohren programmiert man schneller an der Maschine oder im Dialog. Es rechnet sich bei 3D-Konturen, wiederkehrenden Serien und überall dort, wo die Simulation ein teures Teil vor einem Fehler schützt.

Reicht kostenlose CAD-Software für die CNC-Bearbeitung?

Für 2D-Schneiden und einfaches Fräsen ja: FreeCAD, QCAD oder Hobbylizenzen decken das voll ab. Die Grenzen zeigen sich bei großen Baugruppen, Geometriereparatur und formalen Kundenanforderungen. Der Wechsel auf bezahlte CAD-Software lohnt, wenn die Umwege mehr kosten als die Lizenz: verlorene Stunden bei Exporten, fehlende Kundenformate, kein Support beim Ausfall.

Wie schreibt man ein CNC-Programm ohne CAM-System?

Von Hand in G-Code oder im dialoggeführten Programmieren an der Steuerung. Ein einfaches CNC-Programm für eine Welle oder eine Platte mit Bohrungen umfasst ein Dutzend bis einige Dutzend Sätze, und die festen Zyklen der Steuerungen berechnen Bohren, Gewinden und Taschen für den Bediener. Der manuelle Weg endet bei gekrümmten Flächen und Mehrachsbearbeitung, wo CAM nötig ist.

Wo findet man fertige CNC-Programme und Beispiele?

In Programmierhandbüchern der Steuerungen, in der Maschinendokumentation und bei Distributoren, die Beispielprogramme für CNC ihren Schulungen beilegen. Ein fertiges Programm muss vor dem Start immer geprüft werden: Nullpunkt, Werkzeugkorrekturen, Drehzahlen und Vorschübe müssen zu deiner Maschine und Aufspannung passen, der Code selbst zu der Steuerung, für die er geschrieben wurde.

Was kosten Programme für CNC-Fräsen?

Von null (Hobby- und Edu-Versionen) über einige Hundert Euro für einfache Programme für CNC-Fräsen (SheetCAM, MeshCAM) und einige Tausend für ein solides 3-Achs-Paket bis zu Zehntausenden mit Jahreswartung bei 5 Achsen. Kostenlos sind LinuxCNC und GRBL auf der Steuerungsseite sowie FreeCAD mit der CAM-Werkbank.

Welche Software für eine Portalfräse zum Einstieg?

Für die fräsende Maschine: ein einfaches 2,5D-CAM mit gutem Nesting (VCarve-Klasse); für Laser und Plasma SheetCAM oder das dem Controller beiliegende Werkzeug. Wichtiger als die Funktionszahl sind Blechausnutzung und stabile Arbeit mit dem Treiber, weshalb Besitzer eher in gutes Nesting investieren als in einen Volumenmodellierer.

Welche Software steckt in den Steuerungen von CNC-Maschinen?

Ein Code-Interpreter, ein Bewegungsinterpolator, Werkzeugkompensationen, feste Zyklen und zunehmend dialoggeführtes Programmieren mit Simulation. In der Industrie sind das Fanuc, Sinumerik, Heidenhain oder Hurco - die werkseitigen Steuerprogramme; in Hobbymaschinen übernimmt ein Rechner mit Mach4, simCNC oder LinuxCNC diese Rolle. Die Industrieklasse ergänzt Diagnose und Service.

ThemenCNC-SoftwareCAMCADTechnologie

Quellen

  1. 1.Herstellerdokumentationen: Mach3/Mach4 (machsupport.com), simCNC (CS-Lab, cs-lab.eu), SprutCAM X (sprutcam.com), ZW3D (zwsoft.com), Mastercam (mastercam.com), SheetCAM (sheetcam.com), MeshCAM (grzsoftware.com)
  2. 2.CIMdata, NC-Software-Marktberichte (CAM-Marktanteile)
  3. 3.LinuxCNC-Dokumentation, linuxcnc.org.

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