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Schnittdaten-Rechner: Schnittgeschwindigkeit, Drehzahl und Vorschub erklärt

· 14 Min. Lesezeit

Bediener beim Einstellen der Schnittdaten an der CNC-Steuerung
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Schnittgeschwindigkeit, Spindeldrehzahl und Vorschub sind die drei Zahlen, die vor jeder Operation festgelegt werden müssen - und sie entscheiden über Standzeit, Oberflächenqualität und Bearbeitungszeit. Dieser Leitfaden funktioniert wie ein auf Papier ausgeschriebener Schnittdaten-Rechner: Sie finden hier die Formeln, Beispielwerte für gängige Werkstoffe und Schritt-für-Schritt-Berechnungen, die sich leicht für das eigene Werkzeug und Teil wiederholen lassen.

Schnittdaten: Was wir eigentlich berechnen

Zerspanung ist ein Spiel mit drei Größen. Die grundlegenden Schnittdaten sind die Schnittgeschwindigkeit Vc (wie schnell sich die Schneide relativ zum Material bewegt), der Vorschub (wie schnell das Werkzeug in aufeinanderfolgende Schichten vordringt) und die Schnitttiefe (wie viel Material ein Durchgang abträgt). Daraus ergeben sich die abgeleiteten Werte, die man tatsächlich an der Maschine einstellt: die Spindeldrehzahl und der Vorschub in mm pro Minute. Der ganze Bearbeitungsprozess, vom Schruppen bis zum Schlichten, ist eine Frage des bewussten Jonglierens mit diesen Zahlen.

Warum ist das so wichtig? Weil schlecht gewählte Schnittdaten alles auf einmal verderben: Die falsche Schnittgeschwindigkeit bedeutet entweder vorzeitigen Werkzeugverschleiß oder unnötig langsame Arbeit, der falsche Vorschub zerstört Schneiden oder hinterlässt eine raue Oberfläche, und übertriebene Schnitttiefe überlastet die Maschine. Gut gewählte Schnittdaten liefern dagegen gute Oberfläche, vorhersagbare Standzeit und kurze Zykluszeit gleichzeitig. Die Berechnung der Schnittdaten folgt immer derselben Reihenfolge: zuerst die Schnittgeschwindigkeit für das Paar Werkstoff-Werkzeug wählen, dann die Spindeldrehzahl berechnen und schließlich Vorschub und Tiefe festlegen. Die Parameter wirken zusammen - deshalb führt jeder Rechner Schritt für Schritt durch sie hindurch.

Die Schnittgeschwindigkeit (Vc)

Die Schnittgeschwindigkeit (Vc) ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Schneide über die bearbeitete Fläche bewegt, ausgedrückt in Metern pro Minute. Sie ist der wichtigste Parameter, denn die Schnittgeschwindigkeit steuert direkt die Temperatur in der Schnittzone, und die Temperatur regiert den Schneidenverschleiß. In der Praxis hängt die Schnittgeschwindigkeit vom Paar Werkstoff-Werkzeug ab: Weiche Werkstoffe erlauben höhere Geschwindigkeiten, harte begrenzen sie. Die Formel ist einfach:

Vc = (π × D × n) / 1000   [m/min]

wobei D der Durchmesser in Millimetern ist und n die Umdrehungen pro Minute. Diese eine Formel genügt, um die Schnittgeschwindigkeit für jedes Werkzeug zu berechnen. Vorsicht vor einer Falle: Beim Fräsen und Bohren bedeutet D den Werkzeugdurchmesser, beim Drehen setzt man dagegen den Werkstückdurchmesser ein, weil sich das Teil dreht und nicht das Werkzeug. In beiden Fällen zählt der effektive Schnittdurchmesser am Kontaktpunkt: Ein Kugelfräser, der mit geringer Tiefe arbeitet, "sieht" einen deutlich kleineren Durchmesser als den nominellen - die Drehzahl muss also hinauf.

Woher nimmt man den richtigen Wert? Jeder Hersteller veröffentlicht Empfehlungen: Die Katalog-Schnittgeschwindigkeiten für eine konkrete Plattensorte oder einen Fräser und eine Werkstoffgruppe sind der beste Ausgangspunkt, und jede andere Faustregel ist nur eine Annäherung daran. Katalogwerte gelten typischerweise für etwa fünfzehn Minuten ununterbrochenen Schnitts pro Schneide; typische Geschwindigkeiten für gängige Werkzeug-Werkstoff-Paare sammelt die Tabelle weiter unten.

Die Spindeldrehzahl berechnen

An der Maschine stellt man nicht Vc ein, sondern die Drehzahl. Das Erste, was jeder Drehzahl-Rechner tut, ist deshalb, die obige Formel umzustellen:

n = (Vc × 1000) / (π × D)   [U/min]

Beispiel: ein Vollhartmetall-Schaftfräser 10 mm in Baustahl, empfohlene Schnittgeschwindigkeit 200 m/min. Die Drehzahlberechnung sieht so aus: n = (200 × 1000) / (3,14 × 10) ≈ 6.370 U/min. Dieselbe Formel funktioniert beim Drehen: Eine Welle mit 50 mm und eine geforderte Schnittgeschwindigkeit von 150 m/min ergeben n = (150 × 1000) / (3,14 × 50) ≈ 955 U/min. Sie funktioniert auch rückwärts: Wer Drehzahl und Durchmesser kennt, kann zurückrechnen, welche Schnittgeschwindigkeit tatsächlich läuft. Die Rechnung dauert einen Moment und schützt vor der Arbeit "nach Augenmaß", die bei einem Teil halb so schnell ist wie möglich und beim anderen die Schneide umbringt.

Eine Beziehung, die man sich merken sollte: Je kleiner der Durchmesser, desto höher die Drehzahl bei gleichem Vc. Deshalb braucht ein kleiner 3-mm-Fräser über 21.000 U/min, um dieselben 200 m/min zu erreichen - und deshalb laufen kleine Werkzeuge auf Maschinen mit begrenzter Spindeldrehzahl oft unter ihrem Optimum.

Vorschub-Rechner

Die zweite Säule ist der Vorschub. Ausgangspunkt ist der Zahnvorschub fz (mm/Zahn), ebenfalls im Katalog angegeben. Ein Vorschub-Rechner wandelt ihn in den Vorschub um, den man ins Programm einträgt:

vf = n × z × fz   [mm/min]

wobei z die Zähnezahl ist - das Feld "Schneidenzahl (z)" in Online-Rechnern. Weiter mit dem Beispiel: Unser 10-mm-Fräser hat 4 Schneiden, und der Katalog gibt fz = 0,05 mm an. Der Vorschub beträgt also vf = 6.370 × 4 × 0,05 ≈ 1.274 mm/min. Wer die Drehzahl kennt, kann das für jedes Werkzeug im Magazin wiederholen; beim Drehen verwendet man statt fz den Umdrehungsvorschub f (mm/U), und der Minutenvorschub ist einfach n × f.

Die Zähnezahl zählt doppelt: Mehr Zähne bedeuten einen höheren Vorschub bei gleicher Belastung pro Schneide, aber auch schlechtere Spanabfuhr. Vorschubwerte werden getrennt für Schruppen und Schlichten gewählt, denn der Vorschub prägt die bearbeitete Oberfläche am stärksten. Deshalb wählt man für Aluminium Fräser mit 2-3 Schneiden und für Stahl 4 und mehr. Ein zu niedriger Vorschub ist genauso schädlich wie ein zu hoher: Statt zu schneiden, reibt die Schneide, verfestigt das Material und stumpft schneller ab - und ein niedriger Vorschub kann auch die Oberfläche verschlechtern. Katalog-Vorschubwerte sollte man als Untergrenze behandeln, die zu unterschreiten sich nicht lohnt.

Spiralbohrer bei der Bearbeitung mit Kühlmittel auf einer CNC-Maschine
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Die Schnitttiefe

Der dritte Parameter ist die Schnitttiefe ap (axial) und die Schnittbreite ae (radial beim Fräsen). Das Schruppen trägt viel bei moderatem Vorschub ab; das Schlichten wenig, mit Parametern, die für die Oberflächenqualität gewählt sind. Eine praktische Regel für Vollfräser: ap bis 1-1,5 Durchmesser beim Umfangsfräsen und ein Bruchteil des Durchmessers beim Vollnutfräsen; bei Drehplatten folgt ap aus Schneidkantenlänge und Eckenradius. Tiefe und Breite vervollständigen den Grundparametersatz. So wie die Schnittgeschwindigkeit dem Werkstoff folgt, folgt die Tiefe der Steifigkeit der Aufspannung: Treten Vibrationen auf, reduziert man zuerst die Tiefe, bevor man die Geschwindigkeiten anfasst.

Typische Schnittgeschwindigkeiten für gängige Werkstoffe

Die folgenden Werte sind sichere Startpunkte für Hartmetall- und HSS-Werkzeuge. Sie sind als Richtwerte zu verstehen; die Daten des Werkzeugherstellers haben immer Vorrang, und die Feinabstimmung geschieht an der Maschine. Alle Werte setzen Überflutungskühlung voraus.

Werkstoff Vc Hartmetall [m/min] Vc HSS [m/min] fz für Schaftfräser 10 mm [mm/Zahn]
Baustahl 150-250 25-40 0,04-0,08
Rostfreier Stahl 100-180 15-25 0,03-0,06
Gehärteter Stahl (45-55 HRC) 60-120 - 0,02-0,05
Grauguss 120-250 20-35 0,05-0,10
Aluminium 300-800+ 60-120 0,05-0,12
Messing, Bronze 200-400 40-70 0,05-0,10
Kunststoffe 200-500 50-100 0,05-0,15

Wie man die Tabelle liest: Der Werkstoff bestimmt die Größenordnung, das Werkzeug die Obergrenze; Geschwindigkeiten am oberen Rand verlangen stabile Bedingungen. Eine steife Maschine, Kühlmittel und kurze Werkzeugauskragung erlauben mehr; unterbrochene Schnitte, ein dünnwandiges Teil oder lange Auskragung bedeuten weniger - beim unterbrochenen Schnitt senkt man die Geschwindigkeit um 20-30 %, denn die Tabelle setzt kontinuierlichen Schnitt voraus. Dazu eine einfache Korrekturregel: Je härter der Werkstoff innerhalb einer Gruppe, desto niedriger Vc, und kaltverfestigende Werkstoffe (Rostfrei, Superlegierungen) verlangen zusätzlich einen niedrigeren Vorschub. Kurz: Die erforderliche Schnittgeschwindigkeit ist immer die Resultante aus Werkstoff, Werkzeug und Stabilität der Aufspannung.

Parameter wählen: Standzeit gegen Bearbeitungszeit

Die Wahl der Schnittgeschwindigkeit ist immer ein Kompromiss, und die Parameterwahl insgesamt eine Kunst der Balance. Eine höhere Geschwindigkeit verkürzt die Bearbeitungszeit, erhöht aber auch die Temperatur und beschleunigt den Schneidenverschleiß exponentiell: Die klassische Taylor-Gleichung besagt, dass ein Anstieg von Vc um etwas mehr als zehn Prozent die Standzeit halbieren kann, denn in dieser Gleichung trägt die Schnittgeschwindigkeit den größten Exponenten. Geschwindigkeit kauft Zeit schneller, als sie sie verliert - bis zu einem Punkt.

Andererseits hilft es auch nicht, unter eine bestimmte Schwelle zu fallen: Eine zu niedrige Geschwindigkeit begünstigt Aufbauschneiden, verschlechtert die Oberfläche und bläht die Zykluszeit auf, während sich die Standzeit nur auf dem Papier verbessert - denn die Aufbauschneide reißt beim Ablösen Fragmente aus der Schneidkante. Beide Extreme entstehen meist aus Routine: Einstellungen, die zwischen Werkstoffen übernommen werden, ohne neu zu rechnen; die richtige Geschwindigkeit für eine neue Materialcharge kann sich von der letzten unterscheiden. Es lohnt sich, die Geschwindigkeit von Zeit zu Zeit an den tatsächlichen Zustand der Schneiden anzupassen: Verschleißen die Platten zu schnell, geht man herunter; halten sie ein Mehrfaches der Norm, versucht man es höher. Dieses Wissen über den eigenen Maschinenpark ist mehr wert als jeder Katalog.

In der Praxis liegt das Optimum dort, wo die Kosten des Werkzeugverschleißes und die Kosten der Maschinenzeit zusammen ihr Minimum erreichen; genau diese Geschwindigkeit jagen Arbeitsvorbereiter, nicht das Katalogmaximum. Bei teurer Maschinenstunde lohnt es sich, schneller zu fahren und Platten öfter zu wechseln; bei teuren Sonderwerkzeugen fährt man langsamer, denn Standzeit ist die Währung, mit der Zykluszeit gekauft wird. Systematische Optimierung beginnt mit dem schlichten Protokollieren der Plattenstandzeiten. In der Serienfertigung ist der Gewinn real: Optimierte Parameter können den Zyklus um Dutzende Prozent verkürzen, ohne Maschinen- oder Vorrichtungswechsel - und die Optimierung endet nicht bei Vc: Vorschub und Tiefe gehören zum Paket. Warum jede gesparte Minute zählt, haben wir in der teuersten Minute der CNC-Bearbeitung beschrieben.

Woran erkennt man, dass eine Korrektur fällig ist? Die Schneide signalisiert es selbst. Schnellerer Werkzeugverschleiß als üblich, eine glänzende Verschleißmarke auf der Freifläche und dunkelblau anlaufende Späne sind das typische Bild einer zu schnell laufenden Schneide - ein Zeichen, mit der Geschwindigkeit 10-20 % herunterzugehen. Aufbauschneiden und eine verschmierte Oberfläche sagen das Gegenteil: mit Geschwindigkeit oder Vorschub hinauf. Schneidenausbrüche deuten meist auf Vibrationen oder unterbrochenen Schnitt statt auf Vc selbst; das Heilmittel sind weniger Tiefe und steifere Spannung, die den gleichmäßigen Schnitt wiederherstellen. Eine verschlissene Schneide sollte man immer mit der Lupe inspizieren, bevor man Parameter ändert, denn jeder Verschleißmechanismus hat ein anderes Gegenmittel.

Und es gibt die zweite Dimension: die Bearbeitungsqualität. Die richtige Schnittgeschwindigkeit minimiert Aufbauschneiden und Vibrationen, und eine gut gewählte Geschwindigkeit minimiert auch die Mikroausbrüche, die eine Schneide ruinieren. Die endgültige Glätte regiert allerdings hauptsächlich der Vorschub: Beim Drehen verbessert ein halbierter Vorschub das theoretische Profil um das Vierfache, während die Geschwindigkeit die Rauheit nur indirekt beeinflusst - wobei eine moderat höhere Geschwindigkeit die Neigung zur Aufbauschneide verringert, was man an einem saubereren Span sieht. Wie sich das in Ra und Rz übersetzt, haben wir im Artikel über die Oberflächenrauheit behandelt. Das Schlichten läuft deshalb mit höherem Vc und niedrigerem Vorschub, das Schruppen umgekehrt; Geschwindigkeit und Vorschub an die Bearbeitungsstufe anzupassen ist die halbe Miete - die andere Hälfte ist, die Parameter bei fortschreitendem Schneidenverschleiß richtig zu halten. Gute Bearbeitungsqualität beginnt schlicht mit guten Zahlen.

Schnittgeschwindigkeits-Rechner Schritt für Schritt

Hier die vollständige Rechnung für zwei typische Fälle; dasselbe Schema funktioniert für jede andere Operation. Man setzt einfach die eigenen Zahlen ein, genau wie in einem Online-Rechner: Werkzeugdurchmesser eingeben (oder beim Drehen das Feld Werkstückdurchmesser), Vc aus der Tabelle nehmen und den Rest durchrechnen.

Fräsen, Baustahl, Vollhartmetall-Schaftfräser 10 mm, 4 Schneiden. Schritt 1: Aus Tabelle oder Katalog nehmen wir Vc = 200 m/min und fz = 0,05 mm. Schritt 2: Vc in Drehzahl umrechnen: n = (200 × 1000) / (3,14 × 10) ≈ 6.370 U/min. Schritt 3: Der Vorschub beträgt vf = 6.370 × 4 × 0,05 ≈ 1.274 mm/min. Schritt 4: Tiefe ap = 5 mm beim Umfangsfräsen. Erreicht die Maschine diese Drehzahl nicht, begrenzt man n auf das Maschinenmaximum und reduziert den Vorschub proportional; kennt man erst die Drehzahl, ist der Rest immer einfache Multiplikation.

Drehen, rostfreier Stahl, Welle 40 mm, Hartmetallplatte. Wir nehmen Vc = 140 m/min und einen Vorschub von 0,2 mm/U. Drehzahl: n = (140 × 1000) / (3,14 × 40) ≈ 1.115 U/min, und der Minutenvorschub beträgt 1.115 × 0,2 ≈ 223 mm/min. Ein praktischer Hinweis: Beim Drehen schrumpft der Werkstückdurchmesser mit jedem Durchgang, deshalb nutzen CNC-Steuerungen die Funktion konstante Schnittgeschwindigkeit (G96), die die Drehzahl laufend korrigiert, um die programmierte Schnittgeschwindigkeit zu halten; wir haben sie in unserem Leitfaden zum G-Code behandelt.

Ein typischer Online-Rechner fragt genau nach den Daten, die oben zu sehen sind: dem Werkzeugdurchmesser (oder Objektdurchmesser beim Drehen), der Schnittgeschwindigkeit Vc aus dem Katalog und für den Vorschub zusätzlich nach der Schneidenzahl (z) und dem Zahnvorschub. Die Ergebnisse sind die Spindeldrehzahl, die in die Adresse S des Programms wandert, und der Vorschub für die Adresse F. Die berechnete Drehzahl sollte man immer mit dem Maschinenmaximum vergleichen. Vorschub-Rechner und Drehzahl-Rechner sind also ein und dieselbe Arithmetik: Wer sie ein-, zweimal durchführt, beginnt sie im Kopf zu machen.

Messen eines Teils mit dem digitalen Messschieber in der Werkstatt
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Schnittdaten in der Werkstatt und im Angebot

Das Wissen um Schnittgeschwindigkeiten nützt über die Maschine hinaus. Geschwindigkeit und Vorschub bestimmen direkt die Zykluszeit, und die Zykluszeit ist der Hauptbestandteil des Teilepreises. Deshalb werden in der MetronQ-Kalkulation das abzutragende Materialvolumen und die geforderte Genauigkeit mit realistischen Parametern in Bearbeitungszeit umgerechnet statt mit einer Pauschale; wie der ganze Prozess funktioniert, haben wir in Was ist CNC-Bearbeitung beschrieben, und Richtpreise stehen in der Preissektion. Optimierte Parameter auf Seiten des Zerspaners und vernünftige Toleranzen auf Seiten des Konstrukteurs sind zwei Hälften derselben Ersparnis.

Zum Schluss vier Gewohnheiten, die sich auszahlen. Erstens: Vor dem Start die Parameter berechnen, und sei es auf Papier - nach zwei Wochen wird das zur zweiten Natur, und die Zahlen im Programm hören auf, geraten zu sein; die Qualität wird wiederholbar. Zweitens: Bewährte Einstellungen notieren - Parameter aus gelungenen Aufträgen sind ein besserer Katalog als jedes Beispiel aus dem Internet, denn jedes Teil bekommt einen verifizierten Satz, und die optimierten Einstellungen liegen für den nächsten Auftrag bereit. Drittens: immer nur eine Sache ändern - bei zwei Änderungen weiß man nie, welche geholfen hat oder wie sie die Standzeit beeinflusst hat. Viertens: auf die Maschine hören - ein gleichmäßiges Summen bedeutet gute Parameter, Quietschen meist zu viel Geschwindigkeit oder zu wenig Vorschub, und Rumpeln bedeutet Vibrationen, denen man mit der Tiefe begegnet, nicht mit Vc.

Häufig gestellte Fragen zu Schnittdaten

Was genau sind Schnittdaten? Der vollständige Satz von Größen, die die Arbeit der Schneide beschreiben: Schnittgeschwindigkeit Vc, Vorschub (pro Zahn, pro Umdrehung oder pro Minute), Schnitttiefe und -breite sowie die daraus folgende Drehzahl. Ihre Berechnung ist einfache Arithmetik mit zwei Formeln; der schwierigere Teil ist die Wahl der Werte für die konkreten Bedingungen, denn die Parameter wirken zusammen, und dieselben Formeln gelten für jeden Werkstoff. Sie sind für Drehmaschine, Fräse und Bohrmaschine dieselben - nur was sich dreht, unterscheidet sich.

Hat jedes Zerspanungswerkzeug eine einzige richtige Geschwindigkeit? Nein - jedes Werkzeug hat einen Bereich, der vom Werkstoff, der Kühlung und der Steifigkeit der Aufspannung abhängt. Das Optimum für denselben Fräser in Aluminium und in Rostfrei unterscheidet sich um ein Mehrfaches, und die richtige Geschwindigkeit ist immer ein Bereich, kein Punkt. Deshalb geben Kataloge Spannen an, und die gewählte Geschwindigkeit sollte die Bedingungen der konkreten Operation widerspiegeln; die Parameter des ersten gelungenen Teils sollte man notieren, denn Katalogwerte setzen stabile Bedingungen voraus, die man nicht immer hat.

Wovon hängt die Schnittgeschwindigkeit ab? Vor allem vom Paar Werkstoff-Werkzeug: härteres Werkstück bedeutet niedrigeres Vc, härteres Werkzeug (Hartmetall, Keramik) höheres. Danach kommen Kühlung, Spannstabilität und die Frage, ob der Schnitt kontinuierlich ist; der Katalog ist der Anfang, den Rest sagt die Maschine. Um die Geschwindigkeit an einen ungewöhnlichen Werkstoff anzupassen, sucht man seine ISO-Gruppe (P/M/K/N/S/H) und beginnt am unteren Rand der Spanne. Beim Fräsen gilt allgemein ein ähnliches Vc wie beim Drehen desselben Werkstoffs, aber die Vorschübe werden pro Zahn gerechnet, also ganz anders.

Was passiert bei zu hoher oder zu niedriger Geschwindigkeit? Eine zu hohe Geschwindigkeit treibt die Temperatur scharf nach oben: Der Schneidenverschleiß beschleunigt sich, und die Standzeit fällt von Stunden auf Minuten. Eine zu niedrige Geschwindigkeit erhöht das Risiko von Aufbauschneiden, verdirbt die Oberfläche und verschwendet Maschinenzeit; kontraintuitiv liefern höhere Geschwindigkeiten in vernünftigem Rahmen oft die bessere Oberfläche. Jede Korrektur verringert das eine Risiko auf Kosten des anderen, und beide Extreme stammen meist aus Einstellungen, die ohne Neuberechnung von einem anderen Werkstoff kopiert wurden; die richtige Geschwindigkeit minimiert beide Risiken zugleich.

Wie schätze ich die Zahlen schnell ohne Rechner? Mit der vereinfachten Formel n ≈ (Vc × 318) / D. Für Vc = 200 m/min und ein 10-mm-Werkzeug ergibt das 6.360 U/min, fast identisch mit der vollen Formel. Kennt man die Drehzahl, erhält man den Vorschub durch Multiplikation mit Schneidenzahl und Zahnvorschub - dieselbe Multiplikation ersetzt einen Vorschub-Rechner, und die umgestellte Formel erlaubt es, an älteren Maschinen aus der Drehzahl die Schnittgeschwindigkeit zurückzurechnen.

ThemenSchnittdatenTechnologieZerspanungswerkzeuge

Quellen

  1. 1.Sandvik Coromant, "Training Handbook: Metal Cutting Technology", 2017 (Formeln und Parameterbereiche)
  2. 2.ISO 3685:1993 (Standzeitprüfung, Taylor-Gleichung)
  3. 3.K. Jemielniak, "Obróbka skrawaniem", Verlag der TU Warschau (Grundlagen der Zerspanungstheorie)
  4. 4.technische Kataloge der Werkzeughersteller (empfohlene Vc- und fz-Werte).

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